Auf dem Weg zur mobbingfreien Schule

Wünsche und Regeln für ein besseres Miteinander: (von links) Maxim (13), Lena (12), Eleftheria (12) und Michal (12) aus der Klasse 7g der Frieden-Mittelschule Schweinfurt zeigen einen „Wünschebaum", den die Schüler der Stufe 7 während des Anti-Mobbing-Projekts zusammen gebastelt haben. Foto: Markus Bergmann

Wünsche und Regeln für ein besseres Miteinander: (von links) Maxim (13), Lena (12), Eleftheria (12) und Michal (12) aus der Klasse 7g der Frieden-Mittelschule Schweinfurt zeigen einen „Wünschebaum”, den die Schüler der Stufe 7 während des Anti-Mobbing-Projekts zusammen gebastelt haben.
Foto: Markus Bergmann

Mobbing ist ein Problem, das an jeder Schule auftritt – von Hänseleien über Ausgrenzungen bis hin zu Gewalt. Um die Schüler für das Thema zu sensibilisieren und Mobbing vorzubeugen, hat die Frieden-Mittelschule Schweinfurt jetzt ein Anti-Mobbing-Projekt gestartet. Los ging’s mit drei Projekttagen der siebten Klassen.

Gisela Petzold, Rektorin der Friedenschule, gab den Anstoß zu dem Projekt. „Nach der sechsten Klasse werden die Schüler neu gemischt. Das hat zu Problemen geführt“, sagt Petzold bei der Präsentation der Ergebnisse in der Turnhalle der Friedenschule. Der aktuelle siebte Jahrgang ist der erste, der nun für das Thema Mobbing sensibilisiert werden soll. Im Team hat die Schulleitung ein Konzept erarbeitet. Beteiligt sind Konrektor Harald Watzke, Beratungslehrer Steffen Braun, Schulpsychologin Viktoria Löser und die Jugendsozialarbeiterin Gabriele Hillenbrand.

Als Anti-Mobbing Coaches haben sie die Klassenleiter der vier siebten Klassen drei Tage lang unterstützt. Filme zum Thema und Übungen zu Emotionen und der eigenen Persönlichkeit gehören dazu. „Wir haben auf Konzepte aus einem Anti-Mobbing-Koffer zurückgegriffen und das auf die Friedenschule zugeschnitten“, sagt Schulpsychologin Löser. „Mobbing ist an jeder Schule ein Problem“, sagt Konrektor Watzke. „Bei uns ist das Thema jetzt noch präsenter, weil wir die Schüler ganz gezielt dafür sensibilisieren.“

Tatsächlich haben viele Schüler schon selbst Erfahrungen mit Beleidigungen und Ausgrenzungen gemacht. „Ich wurde in der Grundschule einmal gemobbt“, berichtete der 13-jährige Ali. Hilfe bekam er damals von seinem Freund Daniel. Der 14-Jährige findet: „Mobbing ist echt nicht schön.“ Auch Michelle und Melissa, beide zwölf Jahre alt, haben in ihren Klassen schon Mobbing mitbekommen. „Da gab es ein paar Mitläufer und ein paar, die es ignoriert haben“, erzählt Michelle.

Dabei ist Wegschauen keine Lösung, wie die Präsentationen der siebten Klassen zeigen. Schüler der 7b und der 7g zeigen in Rollenspielen, wie man sich falsch und wie man sich richtig verhält. Dazu gehört vor allem: freundlich sein und Respekt für sein Gegenüber zeigen. Die Schüler sollen starke Persönlichkeiten entwickeln und selbst aktiv gegen Mobbing werden. Denn Ausgrenzungen und Hänseleien beeinträchtigen das Klima in der ganzen Klasse negativ. Um gar nicht erst in so eine Situation zu kommen, haben alle Klassen sogenannte Wünschebäume gebastelt. Daran haben die Schüler Zettel mit Wünschen für einen guten Umgang miteinander gehängt: Zuhören, ausreden lassen, Hilfe anbieten.

Abschließend wendet sich die Schulleiterin an die Kinder. „Ich möchte an jeden Baum noch einen Wunsch dazu hängen“, sagt Gisela Petzold. „Und zwar, dass ihr in eurer Schulzeit so weitermacht. Ich wünsche euch und uns viel Erfolg auf dem Weg zur mobbingfreien Klasse und Schule.“ Die Nachhaltigkeit des Projekts sei besonders wichtig, erklärt Petzold später: „Da braucht man einen langen Atem.“

Das neue Konzept der Friedenschule sieht so aus: Zu Beginn des Schuljahres sollen fortan alle siebten Klassen mit der Projektarbeit beginnen. Damit die positiven Ergebnisse auch anhalten, kommen die Coaches einmal im Monat zur Evaluation in die Klassen. In der achten Klasse kommt dann noch einmal ein Respekt-Training bei Konrektor Harald Watzke dazu. Außerdem gehört zum Projekt ein Elternabend, an dem die Schüler ihre Ergebnisse präsentieren. Es werde zwar zunehmend schwerer, die Eltern einzubinden, sagt Petzold: „Aber gerade das Elternhaus ist sehr, sehr wichtig.“

Quelle:
Schweinfurter Tagblatt
Ausgabe vom 26.09.2014

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